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Vereins-Chronik

Willibald Weyrich hat uns einige Geschichten von den Anfängen der Tischtennisspieler nach dem 2. Weltkrieg in Breitenbach aufgeschrieben. Herzlichen Dank!

Erinnerungen von Willibald Weyrich

Nach dem 2.Weltkrieg, im Jahre 1946/47, als Not und Elend herrschte und es kaum etwas zum Essen gab – Kleidung und Schuhe waren nur mit Bezugsscheinen zu bekommen – begann für junge Leute auch die Zeit der sportlichen Betätigungen. Ausser Fussball gab es nur wenig Möglichkeiten. Im Nebenzimmer der Wirtschaft “THOMAS”, Frohnhofer Strasse 1, stand eine Tischtennisplatte. Die Platz-verhältnisse waren eng. Dort trafen sich sich, mehrere junge Leute zum Tischtennisspielen, ohne dass eine Vereinszugehörigkeit bestand. Die Gründung von Vereinen bedurfte damals der Zustimmung der franz. Militärregierung. Ohne alle zu nennen gehörten damals u.a. Lang Florian (Liga), Roth Hans, Hüther Willi, Gros Walter, Schuba Rudi, Bickelmann Herbert, Bäumchen Willi, Pfaff Walter und Weyrich Willibald zu den Spielern.

Als das Nebenzimmer geräumt werden mußte war die Raumsuche zum Aufstellen einer Tischtennisplatte das größte Problem. Schließlich fand man im Obergeschoss der Wirtschaft “PFAFF” (heute Haus von Calabrese) vorübergehend eine Bleibe. Es folgten das Nebenzimmer der Wirtschaft “RUFFING” (Putsche), ein Schulsaal und der prot. Pfarrsaal (Gemeindesaal). Der prot. Pfarrer Beisel spielte selbst auch Tischtennis. In allen Räumen konnte man nur eine Platte aufstellen.

Im Kreis Kusel war in einigen Gemeinden auch der Trend zum Tischtennisspielen vorhanden (Kusel, Rammelsbach, Lauterecken). So wurde 1947 eine Vereinsmannschaft als Unterabteilung des Sportvereins gebildet, die an Meisterschaftsspielen im Kreis Kusel teilnahm. Das Jahr 1947 dürfte somit das Jahr der 1.Gründung einer Tischtennismannschaft in Breitenbach sein. Zur damaliger Zeit gab es keine Trainer oder Übungsleiter; jeder war auf sich selbst gestellt und einer hat von dem anderen gelernt. Nun traten vor allem Transportprobleme auf. Wie kommen wir nach Kusel oder Lauterecken? Kein Auto !

In Erinnerung: Beim Spiel in Kusel in der Turnhalle. Breitenbach verlor 8:1. Das Spitzenspiel Kusel 1 gegen Breitenbach 1 gewann in einem harten Kampf für
Breitenbach „Florian Lang (Liga)”.

Zu einem angesetzten Spiel in Lauterecken : Die Spieler von Breitenbach fuhren mit einem LKW (Firma Benner aus Herschweiler-Pettersheim) mit Stühlen auf der Ladefläche nach Lauterecken. Dort konnte jedoch nicht gespielt werden, da in der Halle Fasching war. Unverrichteter Dinge ging es wieder mit einem Umweg zurück. Die Spieler mussten in Grube Labach, die damals noch in Betrieb war, dem Transportunternehmer Benner mit Schaufeln Kohle auf seinen LKW aufladen. Dann durften sie mit ihren Stühlen von der Grube Labach nach Breitenbach durch den Wald nach Hause laufen. (Wer macht so etwas heute noch ??) Da auch der Bäcker Walter Gros zu den Spielern gehörte, nahm er immer für die hungrigen Mägen eine Tüte mit Weck mit. Der Schreiner Walter Pfaff fertigte eine Tischtennisplatte, die uns der Maler Ernst Rost kostenlos gestrichen hat.
Ich freue mich dass der Tischtennissport heute eine feste Zukunft hat und wünsche dem
Verein mit seinen Spielern viel Erfolg.

Willibald Weyrich